
Am 2. Juli 2026 stellte Miriam Hess auf der BUKO 26 in Flensburg im Namen des BaCore-Teams einen Vortrag mit dem Titel „Phasenübergreifende Kooperation im Grundschullehramtsstudium – Gemeinsam zu einer kohärenten Lehrkräfteprofessionalisierung" vor. Der Bundeskongress wurde von der Europa-Universität Flensburg, der nördlichsten Universität Deutschlands, ausgerichtet. Der Beitrag verband erste empirische Befunde aus der Begleitforschung mit der Vorstellung konkreter Kooperationsformate zwischen erster und zweiter Phase der Lehrkräftebildung.
Mehrphasigkeit als strukturelle Herausforderung
Die Lehrkräftebildung in Bayern ist durch eine Trennung von Universitätsstudium (erste Phase) und Vorbereitungsdienst (zweite Phase) geprägt; ein institutionalisierter Austausch sowie abgestimmte Konzepte zwischen Universitäten und Studienseminaren fehlen bislang. Studierende bemängeln unzureichende Praxiserfahrungen im Studium und Analysen des Nationalen Bildungspanels zeigen, dass ein erheblicher Teil der Lehramtsabsolvent:innen den Vorbereitungsdienst nicht oder nicht unmittelbar nach dem Studium antritt. Auch die Expert:innenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Bayern (2025) fordert, dass angehende Lehrkräfte zentrale Handlungskompetenzen kumulativ, wissenschaftlich fundiert und zunehmend praxisorientiert erwerben sollen.
Befragung von Lehramtsanwärter:innen: Erste Einblicke
Vor diesem Hintergrund führt das BaCore-Team in gemeinsamer Verantwortung mit Seminarleitungen aus dem Regierungsbezirk Oberfranken eine Bestandsaufnahme durch. Befragt wurden in einer ersten Pilotierung 147 Lehramtsanwärter:innen zu aktuellen Herausforderungen, Unterstützungsbedarfen, der Relevanz von Studieninhalten sowie zu Veränderungswünschen für Studium und Vorbereitungsdienst.

Die im Vortrag vorgestellten Ergebnisse zeigen unter anderem: Die Zufriedenheit im Vorbereitungsdienst hängt deutlich mit der privaten Zufriedenheit zusammen und ist bei höherer Belastung niedriger. Rückblickend wünschen sich die befragten Lehramtsanwärter:innen mehr praxisbezogene Anteile im Studium. Die im BaCore-Projekt geplanten Maßnahmen zur Theorie-Praxisverzahnung und die dafür ausgewählten Kernpraktiken des Unterrichtens wurden als relevant bis sehr relevant eingeschätzt. Zugleich deutet sich an, dass vorherige (unbegleitete) Praxiserfahrung an Schulen nicht automatisch entlastend wirkt. Die Befunde machen zentrale Belastungspunkte und Optimierungspotenziale sichtbar, aus denen Konsequenzen für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung an der Universität Bamberg gezogen werden; zudem werden sie gemeinsam mit den Akteur:innen der zweiten Phase diskutiert und reflektiert.
Kooperationsbausteine des BaCore-Projekts
Im Anschluss wurden zentrale Kooperationsbausteine des Projekts vorgestellt und diskutiert: Austauschformate zwischen Studierenden, Seminarleitungen und Lehramtsanwärter:innen; curricular verankerte Hospitationen von Studierenden im Vorbereitungsdienst; kollegiale Zusammenarbeit von Lehrenden beider Phasen mit Schwerpunkt auf Unterrichtsplanung, Unterrichtsbeobachtung und Unterrichtsqualität; sowie gemeinsam verantwortete Seminartage und Lehrveranstaltungen, die es Studierenden und Lehramtsanwärter:innen ermöglichen, unterrichtliche Aktivitäten gemeinsam zu planen, zu erproben und zu reflektieren.
In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem thematisiert, wie phasenübergreifende Kooperation gelingen kann, wenn sie nicht strukturell verankert ist, sondern auf das freiwillige Engagement einzelner Personen angewiesen ist.

Die Ergebnisse fließen nun in die weitere Projektarbeit und die Planung neuer Lehr- und Kooperationsformate ein. Gemeinsam mit den Akteur:innen der zweiten Phase möchte BaCore die Grundschullehrkräftebildung zukünftig kohärenter und praxisnäher gestalten.