Das Bamberger Lehrentwicklungsprojekt BaCore (BaKuLe Arbeitspaket 09) zielt auf eine kohärente Verzahnung von Theorie und Praxis im Grundschullehramtsstudium durch Core Practices für den Umgang mit Heterogenität. Um die Sicht der Studierenden frühzeitig in die Projektentwicklung einzubeziehen, wurde im Mai 2026 eine Bedarfserhebung durchgeführt, an der sich insgesamt 205 Grundschullehramtsstudierende beteiligten.
Methodik
Die Befragung kombinierte quantitative und qualitative Elemente. Im quantitativen Teil bewerteten die Studierenden u.a. die geplanten Maßnahmen zur Theorie-Praxis-Verzahnung. In offenen Anschlussfragen wurden ergänzend Begründungen für diese Einschätzungen erfasst.
Ergebnisse
Erste Analysen der quantitativen Daten zeigten, dass die Studierenden die angestrebten Weiterentwicklungen des Grundschullehramtsstudiums insgesamt positiv beurteilen. Die Mittelwerte lagen durchgängig über der theoretischen Skalenmitte. Alle geplanten Maßnahmen wurden als eher geeignet bis sehr geeignet bewertet.

Die in der Abbildung dargestellten Maßnahmen sind dabei entsprechend ihres vorgesehenen Einsatzzeitpunkts im Studienverlauf angeordnet. Von links nach rechts werden Maßnahmen dargestellt, die von frühen Studienphasen bis hin zu späteren Studienabschnitten reichen und damit den geplanten Verlauf der Theorie-Praxis-Verzahnung im Studium abbilden.
Im Vergleich zu den übrigen Maßnahmen fielen die Bewertungen der Reflexionsaufträge im Orientierungspraktikum sowie der daran anschließenden Beratungstermine etwas zurückhaltender aus. Auch diese Angebote wurden insgesamt positiv eingeschätzt, erreichten jedoch geringere Zustimmungswerte als die weiteren vorgeschlagenen Weiterentwicklungen.
Die Befragungsergebnisse liefern somit eine erste Bestätigung für die Pläne des BaCore-Projekts zur Weiterentwicklung des Grundschullehramtsstudiums.
Qualitative Rückmeldungen
Die Auswertung der qualitativen Daten verspricht weitere wertvolle Hinweise für eine studierendenorientierte Verknüpfung von universitärer Lehre, schulischer Praxiserfahrung und wissenschaftlicher Reflexion. So wird etwa die Möglichkeit von Schulbesuchen als besonders praxisnah hervorgehoben („Ich denke Schulbesuche sind eine gute Idee, da man nicht näher an der Praxis sein kann"), während andere Studierende den Umfang solcher Angebote kritisch reflektieren und beispielsweise anmerken, dass „3 Termine [für Schulbesuche] zu wenig" seien.
Von diesen Begründungen erhoffen sich die Projektverantwortlichen wichtige Hinweise darauf, welche Aspekte der geplanten Maßnahmen besonders überzeugen und an welchen Stellen noch Entwicklungsbedarfe oder Aufklärungsarbeit gesehen werden. Damit versteht sich die Befragung vorrangig als partizipativer Entwicklungsprozess, in dem die Perspektiven der Studierenden gehört werden und aktiv in die Weiterentwicklung des Studienangebots einfließen.
Ausblick: Zukunftswerkstatt am 23.06.2026
Ein weiterer Schritt der studentischen Beteiligung folgte am 23. Juni 2026 mit einer Zukunftswerkstatt, welche die Ergebnisse der Bedarfserhebung aufgreift und weiterentwickelt. Mehrere Teilnehmende der Befragung hatten am Ende des Fragebogens bereits ihre Bereitschaft erklärt, sich aktiv an der Weiterentwicklung der Konzepte zu beteiligen.
Die Ergebnisse der Befragung und die Impulse aus der Zukunftswerkstatt werden in die weitere Ausgestaltung der BaCore-Maßnahmen einfließen und dazu beitragen, die Verzahnung von Theorie, Praxis und Forschung im Grundschullehramtsstudium gemeinsam mit den Studierenden weiterzuentwickeln.