Die Universität Bamberg überzeugt in der aktuellen Absolvent:innenbefragung durch überdurchschnittliche Studienqualität und eine besonders starke Praxisorientierung. Belegt werden eine exzellente Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, ein zügiger Berufseinstieg sowie eine hohe akademische Weiterqualifizierungsquote. Dank eines modernen, generalistischen Profils bietet das Studium den Absolvent:innen zudem maximale Flexibilität und eine hohe Anschlussfähigkeit für sich stetig wandelnde Berufsfelder.
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Befragungen von Absolvent:innen liefern eine besonders wertvolle retrospektive Bewertung des Studiums aus der Anwendungsperspektive. Sie können sehr gut einschätzen, welche Kompetenzen in ihren Berufen aktuell und tatsächlich relevant sind und wo das Studium diese ausreichend vermittelt hat und wo auch nicht. Dies bietet Hinweise für Anpassungen von Curricula, etwa stärkere Praxisorientierung, oder die Aktualisierung von Inhalten.
Zudem zeigen solche Befragungen, wie gut der Übergang in den Arbeitsmarkt gelingt, was Hinweise auf Employability und Berufsbezug gibt. Auch die Bewertungen von Lehre, Betreuung und Studienorganisation ermöglichen konkrete Verbesserungen in Studienstrukturen. So können etwa Defizite bei der Verknüpfung von Theorie und Praxis oder bei Schlüsselkompetenzen sichtbar werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Analyse von Studiendauer und Studienverläufen, die Hinweise auf strukturelle Hürden oder sinnvolle Flexibilisierung geben können. Ebenso liefern Daten zu Praktika, Auslandsaufenthalten und Zusatzqualifikationen Hinweise auf wirksame Studienbestandteile. Insgesamt ermöglichen Alumnibefragungen eine evidenzbasierte Weiterentwicklung von Studiengängen, indem sie Perspektiven jenseits des Studiums systematisch einbeziehen.
Die Befragung: Die Universität Bamberg beteiligt sich seit 2025 an dem Kooperationsprojekt Absolvent:innenstudien (KOAB). Hieran nehmen rund 90 Hochschulen in Deutschland teil. Die wissenschaftliche Durchführung erfolgt durch das Institut für Angewandte Statistik (ISTAT) und wird für die Universität durch Anna Pickelmann, Dezernat Planung und Qualitätsmanagement und Prof. Dr. Olaf Struck, Professur für Arbeitswissenschaft begleitet. Es ist zudem Teil des BaKuLe-Teilprojekts Onboarding und Absolventenbefragung.
Von insgesamt 2080 Absolvent:innen der Universität Bamberg, die im Prüfungsjahrgang 2024 ihr Studium erfolgreich beendet haben, beteiligten sich 413 (20%) an der Befragung. Die Rücklaufquote liegt im üblichen Bereich vergleichbarer Studien, ist jedoch bei der Interpretation im Sinne möglicher Selektivität zu berücksichtigen. Die Ergebnisse werden systematisch mit anderen Universitäten (keine Fachhochschulen) verglichen, wobei vergleichbare Abschlussarten und passende Studienfachgruppen berücksichtigt werden. Zur Bewertung von Unterschieden werden Chi-Quadrat-Test bzw. Fisher-Test für Anteilsvergleiche und t-Test oder Wilcoxon-Test für Mittelwerte eingesetzt. Berücksichtigte Signifikanzniveaus: *** 0,1%, ** 1%, * 5%.
Regelstudienzeit und Studienverlauf
Die Einhaltung der Regelstudienzeit ist ein zentraler Indikator für Studienorganisation und Studienbedingungen. Nur 28,7 % schließen in Regelstudienzeit ab, wobei keine signifikante Abweichung zu anderen Universitäten besteht. Die Überschreitungen mit 1–3 Semestern sind moderat und insbesondere Ergebnis der Covid-Pandemie. Damit verbunden sind aber auch überdurchschnittlich häufige zusätzliche Praktika und andere qualifizierende Zusatzaktivitäten wie Erwerbstätigkeit oder Auslandsaufenthalte.
Studienqualität und Praxisorientierung
Bei der Qualität des Studiums, der Zufriedenheit und der Praxis- und Berufsorientierung schneidet die Universität Bamberg durchgehend signifikant besser ab als der Durchschnitt vergleichbarer Universitäten. Insgesamt können Praxisphasen gut ins Studium integriert werden. Die starke Berufsorientierung ist ein zentraler Wettbewerbsvorteil.
25 % der Befragten hatten Auslandsaufenthalte, davon überwiegend Auslandssemester (72 %) oder Praktika (28 %). Hier besteht kein Unterschied zum Benchmark.
Übergang in Arbeitsmarkt und Weiterqualifizierung
Mit Blick auf den Erwerbsstatus ist auffällig, dass die Absolvierenden signifikant häufiger in regulärer Erwerbstätigkeit bzw. seltener in Gelegenheitsjobs beschäftigt sind. Zudem weisen die Absolvent:innen signifikant häufiger eine akademische Weiterqualifizierung auf: Bachelorstudierende wechseln häufiger in einen Master, Masterstudierende promovieren häufiger.
Insgesamt erfolgt ein Arbeitsmarkteintritt zügig und stabil. Die überwiegende Mehrheit findet innerhalb von 3 Monaten eine Arbeitsstelle. Die Einkommensverteilung entspricht dem Durchschnitt. Das Studium mündet sehr breit gestreut in alle Berufssektoren — bemerkenswert, da in Bamberg weder Ingenieurs- und Naturwissenschaften noch Medizin angeboten werden.
Gesamtbewertung und zentrale Stärken
Die Universität Bamberg zeigt im Vergleich zu anderen Universitäten ein klares Profil mit fünf besonders positiven Ergebnissen:
- Überdurchschnittliche Studienzufriedenheit — klarer Wettbewerbsvorteil
- Starke Praxisorientierung — bessere Vorbereitung auf den Beruf, mehr Praktika, bessere Theorie-Praxis-Verknüpfung
- Qualifizierende Studienverlängerungen — wenn verlängert, dann häufiger durch Praxis und Zusatzengagement motiviert
- Hohe Weiterqualifizierungsquote — mehr Masterübergänge, mehr Promotionen
- Stabile Arbeitsmarktintegration — schneller Berufseinstieg, hohe Beschäftigungsquote
Resümee
Das Studium zeigt sich als praxisorientiert, modern und generalistisch, was eine hohe Anschlussfähigkeit an sich wandelnde Berufsfelder ermöglicht. Die Berufszufriedenheit liegt mit 65 % auf dem Benchmark-Niveau. Im Studium bestehen deutliche Stärken hinsichtlich Qualität, Zufriedenheit und Praxisnähe. Die Arbeitsmarktergebnisse sind solide; zugleich zeigt sich eine starke akademische Weiterorientierung der Absolvent:innen. Die Bildungsfunktion wird auf hohem Niveau erfüllt.
Das BaKuLe-Teilprojekt Onboarding und Absolventenbefragung: Die Befragung ist Teil des Projektes Onboarding des universitätsweiten Projektes BaKuLe (Bamberger Kulturen der Lehre gemeinsam gestalten). Projektziel: Verbesserung der Einführung in das universitäre Leben, der Studienkompetenz sowie der praxisorientierten wissenschaftlichen Qualifizierung. Einbezogen werden Lernende und Lehrende, Verwaltung sowie Erfahrungen zum Studien- und Berufseinstieg vorheriger Kohorten.
Das Team: Anna Pickelmann, Dezernat Planung und Qualitätsmanagement; Prof. Dr. Anna Susanne Steinweg und Dr. Eva Katharina Treiber, Didaktik der Mathematik & Informatik; Prof. Dr. Stefanie Stricker und Dr. Marco Bruckmeier, Deutsche Sprachwissenschaft; Prof. Dr. Olaf Struck und Andreas Stöckl, M.Sc., Soziologie, Arbeitswissenschaft.