BaCore
Bamberger Modell zur systematischen Theorie-Praxis-Verzahnung im (Grundschul-)Lehramtsstudium durch Core Practices

Theorie trifft Praxis. Praxisphasen gehören zur Lehrkräftebildung – doch oft bleiben sie isoliert. Daher möchten wir Theorie und Praxis systematisch verzahnen.
Hintergrund
Lehramtsstudierende wünschen sich eine engere Verknüpfung von Theorie und Praxis und eine bessere Abstimmung der verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung (Bayerischer Landesstudierendenrat, 2023). Auch im Fachdiskurs wird eine kohärentere Verzahnung der Professionalisierungsphasen gefordert: Angehende Lehrkräfte sollen zentrale Handlungskompetenzen kumulativ, wissenschaftlich fundiert und zunehmend praxisorientiert erwerben, um diese im Berufsalltag wirklich anwenden zu können (Expertinnen- und Expertenkommission, 2025; SWK, 2023). Ein zentraler Ansatzpunkt hierfür sind Core Practices (Fraefel, 2022): wissenschaftlich fundierte Unterrichtspraktiken, die wiederholt eingeübt und reflektiert werden müssen, um transferfähige Handlungskompetenzen aufzubauen.
Idee
Vor diesem Hintergrund wird im Lehrentwicklungsprojekt BaCore das Bamberger Modell zur systematischen Verzahnung von Theorie und Praxis durch Core Practices entwickelt. Ziel ist es, professionelle Handlungskompetenzen von Beginn des Studiums an schrittweise aufzubauen. Grundlage ist eine institutionalisierte Kooperation der verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung, die eine konsequente Ausrichtung des Curriculums auf die Verknüpfung von Theorie und Praxis ermöglicht. Das Konzept wird zunächst im Grundschullehramt erprobt. Anschließend erfolgt eine Ausweitung auf das Mittelschullehramt und benachbarte Studiengänge (z.B. Erwachsenenbildung).

Ansatz
Struktureller Rahmen des Modells ist die systematische Vernetzung der Akteur:innen der ersten Phase der Lehrkräftebildung am Universitätsstandort Bamberg (Studierende und Dozierende) mit Akteur:innen der zweiten Phase (Seminarleitungen und Lehramtsanwärter:innen) und Lehrkräften im Regierungsbezirk Oberfranken. Regelmäßige Austauschformate und ein Netzwerk an mitwirkenden Schulen schaffen dabei Strukturen für das praxisorientierte Lernen der Studierenden.
Diese institutionalisierten Kooperationen ermöglichen die konsequente Ausrichtung der universitären Lehre auf einen kumulativen Kompetenzerwerb. Durch forschendes und zunehmend praxisorientiertes Lernen erwerben die Studierenden schrittweise zentrale Kernpraktiken und reflektieren diese wissenschaftlich fundiert. Dieser Prozess schließt u.a. Hospitationen in der zweiten Phase der Lehrkräftebildung ein, aber auch Microteaching und kollegiale Unterrichtsentwicklung mit Lehramtsanwärter:innen und Lehrkräften im Berufsfeld.

Begleitforschung
Die qualitative und quantitative Begleitforschung richtet sich zunächst auf Implementationsbedingungen (Herausforderungen, Optimierungspotenziale, Bedarfe und Wünsche aus Sicht der Akteur:innen). Formativ und summativ werden zudem subjektive Urteile der Beteiligten zum Nutzen und zur Weiterentwicklung des Konzepts erfasst sowie Kompetenzzuwächse im Bereich zentraler Kernpraktiken.
Literaturangaben
- Bayerischer Landesstudierendenrat (2023). Stimmungsbild Lehramt in Bayern.
- Expertinnen- und Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Bayern (2025). Lehrkräftebildung für das 21. Jahrhundert: Attraktivität und Qualität durch Professionsbezug und Wissenschaftsorientierung.
- Fraefel, U. (2022). Mittels Kernpraktiken zu professionellem Unterrichten. Journal für LehrerInnenbildung, 22(3), 16–29.
- SWK (Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz). (2023). Lehrkräftegewinnung und Lehrkräftebildung für einen hochwertigen Unterricht.